Donnerstag, 24. April 2014

Gezeiten

 Strandbad Sehestedt an der Nordsee zur goldenen Stunde.

Als ich an diesem Abend dort ankam, habe ich mich ans Wasser gesetzt und die Ruhe und den Anblick genossen. Das Wasser direkt vor meinen Füßen, so glatt und weich, den Horizont konnte man kaum ausmachen. Goldene Steine und ein Geruch, den es nur an der See gibt.






 Wo ik her kam


Wo ik her kam

is dat Land so free und wiet,

wasst dat Gras un bleuht de Klee,

ruckt die Luft na Solt un See

blänkert Water, ruschelt Reith,

jagt de Wulken, Wind de weiht

wo ik her kam.


Jeden Dag

tweemal loppt de Flut dar an,

awer't Wat un Butenland,

stiggt an Diek un Öwerrand,

spöhlt un wöhlt um Pahl un Steg

sackt denn sinnig wedder weg,

jeden Dag.


Mine Lüd

gaht ärn stillen, sturen Gang.

Wat se willt, dat fat' se an,

holt är Wurt un staht ärn Mann.

Blot wat är in' n Harten liggt

seggt se nich - seggt se nich

mine Lüd.


Wo ik her kam

is dat Land so free un wiet,

wasst dat Gras un bleuht de Klee

ruckt de Luft na Solt un See,

blänkert Water, ruschelt Reith,

jagt de Wulken, Wind de weiht

wo ik her kam.
Mein Lieblingsgedicht von Alma Rogge (Die Schriftstellerin ist in der Wesermarsch in  Rodenkirchen aufgewachsen und bestattet)







Für diejenigen, die nicht Platt schnacken, hier die Übersetzung


Wo ich herkomm


Wo ich herkomm,
ist das Land so frei und weit,
wächst das Gras und blüht der Klee,
riecht die Luft nach Salz und See,
glänzt das Wasser, raschelt das Reeth,
jagen die Wolken, Wind der weht,
wo ich herkomm.

Jeden Tag
zweimal läuft die Flut da heran,
über's Watt und Vordeichland,
steigt an den Deich und Wegesrand,
spühlt und wühlt um Pfahl und Steg,
sackt dann langsam wieder weg
jeden Tag.

Meine Leute
gehen ihren stillen, sturen Gang.
Was sie wollen, das fassen sie an,
halten ihr Wort und stehen ihren Mann.
Bloß was ihnen im Herzen liegt,
sagen sie nicht, -sagen sie nicht,
meine Leute.

Wo ich herkomm,
ist das Land so frei und weit,
wächst das Gras und blüht der Klee,
riecht die Luft nach Salz und See,
glänzt das Wasser, raschelt das Reeth,
jagen die Wolken, Wind der weht,
wo ich herkomm.
 
Alma Rogge

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